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Andar sob as areais (na parte superior do barranco) das praias
da Costa dos Coqueiros, Litoral Norte da Bahia, é andar sob
um "cemitério de embalagens industriais".
730 Industrieverpackungen aus 48 verschiedenen Ländern, fünf
Kontinenten, wurden an einem Strandabschnitt von 68 km an der Costa
dos Coqueiros an der Nordküste Bahias gesammelt..
Im März 2001 wurden 94 Verpackungen aus 29 Ländern an
einem Strandabschnitt von 31 km derselben Küste gesammelt.
Der verstärkte Aufkommen von Kreuzfahrtschiffen an der brasilianischen
Küste nach dem Angriff auf die USA am 11.09.01 kann zu dem
Wachsen des globalen Müllaufkommens an der Costa dos Coqueiros
beigetragen haben.
Der Abschnitt zwischen Praia do Forte und Baixio wurde in vier
Wanderungen in der Zeit vom 28.1. bis 8.2.2002 abgelaufen. Die Abschnitte
der jeweiligen Wanderungen waren: Praia do Forte (Beginn der Linha
Verde)-Imbassaí (km 10), Imbassaí-Porto Sauípe
(km 26), Porto Sauípe-Subaúma (km 47) und Subaúma-Baixio
(km 68).
In diese Abschnitte fallen die Stranddörfer Diogo zwischen
Imbassaí und Porto Sauípe und Massarandupió,
einem FKK-Gebiet, zwischen Porto Sauípe und Subaúma,
sowie der Touristenkomplex Costa do Sauípe zwischen Imbassaí
und Porto Sauípe.
An der Costa dos Coqueiros ist es möglich, bis zu 10 km zwischen
den Stranddörfern zu wandern und nur Sand, Meer und Kokospalmen
zu sehen.
Der globale Müll wird von ausländischen Schiffen ins
Meer geworfen und von den Meeresströmungen an die Strände
gespült.
Es kommen Verpackungen an, deren Verfall schon sehr weit fortgeschritten
ist. Vollkommen verrostete Dosen und ausgetrocknetes Plastik, das
sich, wenn man es berührt, in viele kleine Teilchen auflösen.
Andere Verpackungen kommen in fast unversehrtem Zustand am Strand
an. Es wurde z.B. eine Plastikverpackung von roter Marmelade aus
den USA angespült, in der sich noch immer ein Rest des Produktes
in einem konsumierungsfähigen Zustand befand. Die Marmelade
musste also gerade in dem Moment an den Strand gespült worden
sein.
Viele Verpackungen, die kein Etikett mehr hatten, wurden gar nicht
erst eingesammelt. Natürlich kamen auch viele Verpackungen
von in Brasilien hergestellten Produkten vor, die auch ins Meer
geworfen und an den Strand gespült worden waren, hauptsächlich
Verpackungen von Diesel-Motoröl der BR Petrobras, Mineralwasser
und Margarine verschiedener Marken. Die Verpackungen brasilianischen
Ursprungs waren jedoch in ihrer Mehrzahl in der Nähe der Dörfer
direkt von den Strandbesuchern ins Meer geworfen worden.
Um die Identifizierung der Verpackungen zu erleichtern, wurde die
Tabelle der EAN.UCC (European Article Numbering Association / Uniform
Code Council) benutzt, nach der die ersten drei Striche (Präfix)
im Strichcode das jeweilige Land bestimmen.
Die Anzahl von Leuchtstoffröhren war in 2002 im Vergleich
zu 2001 relativ gering. Überraschend war die Menge der Mineralwasserflaschen
aus Taiwan
Eine weitere Überraschung war die Menge der Glühbirnen,
die besonders auf dem Abschnitt zwischen Subaúma und Baixio
vorkamen. Einige der gefundenen Glühbirnen kamen aus Indonesien.
Weniger als einen Kilometer nördlich des Touristenkomplexes
Costa do Sauípe wurde eine vollkommen verrostete Tonne gefunden,
auf deren Etikett Castrol Marine stand.
Der globale Müll wird noch immer in alarmierend großen
Mengen angeschwemmt.
"Wenn alles, was angeschwemmt wird, noch gefüllt wäre,
könnte ich hier einen Supermarkt aufmachen." sagt ein
Fischer des Dorfes Massarandupió. "Ich habe mich ja
schon an die nackten Leute hier am Strand gewöhnt, aber nicht
an den Müll." Interessant ist, dass die FKK-Anhänger
erst nach dem Müll gekommen sind.
Es gibt Aussagen von Fischern, Surfern und Tauchern, denen zufolge
der globale Müll seit Beginn der 80er Jahre an der Costa dos
Coqueiros angeschwemmt wird.
Der Müll, der am Strand ankommt, gräbt sich langsam in
den Sand ein und je nach Material bleibt er dort ein paar Monate
oder Jahrhunderte, bis er zersetzt ist. Bei Wasserflaschen dauert
die Zersetzung eine Million Jahre.
Wie lange es braucht, bis der Müll ganz und gar im Sand vergraben
ist, hängt von der Bewegung des Strandes ab, die ihrerseits
von einer Reihe von Faktoren bestimmt wird: Art des Sandes, Vegetation,
Neigung, Wind und Regen sind einige davon. Natürlich bestimmen
auch die Art der Verpackung, also Größe, Gewicht, Format
und Position im Sand, die Länge des Vergrabungsprozesses mit.
Es ist schwierig, genau zu kalkulieren, wie viele Verpackungen
an den exotischen, bezaubernden und überwältigenden Stränden
der Costa dos Coqueiros vergraben sind, und wie viele Jahrhunderte
es dauern wird, bis die Natur sie alle abgebaut hat.
An der Costa dos Coqueiros hat die Natur selbst es sich zur Aufgabe
gemacht, den Schmutz der Menschen zu verstecken.
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